SACHVERSTÄNDIGENWESEN ( Phasenkonzept - Seite 3 )       home.gif (1683 Byte)zurück zur Leitseite

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sowie die der Konfliktminderung mit Hilfe einer Review-Analyse wirkliche außerprozessuale Handlungsalternativen für den bedrängten Systemerwerber an.

Der Präventivgedanke bildet so die Grundlage für einen tragbaren, nichtprozessorale Kompromiss im Sinne des Projektfortschrittes und ist mit Sicherheit ein probates Mittel, eine drohende prozessuale Auseinandersetzung wirkungsvoll vermeiden zu helfen.

 Argumentationshilfe Gutachten

 Das Konfliktpotential eines leidgeprüften DV-Anwenders entwickelt sich bei ungünstigem Verlauf der Projektabwicklung/ Produkteinführung tendenziell entsprechend der im Bild skizzierten "Spannungskurve".

Das Auslassen insbesondere der Revisionsphase in der hier behandelten Konfliktstrategie ist der Grund dafür, dass schließlich nahezu zwangsläufig die Beteiligten in langwierige, gerichtsanhängige DV-Zivilprozesse geführt werden. 

Expertisen sind Streitregulatoren

 Wird aber ein qualifiziertes Review durchgeführt, und führt dessen Ergebnis dennoch nicht zu einer gütlichen Einigung zwischen den streitenden Parteien, so sollte man spätestens dann aber auch aus Gründen der Kostenminimierung - fehlerhafte Systeme sind nicht nur investive Fehlentscheidungen, sondern sie erzeugen erhebliche betriebswirtschaftliche Folgekosten - umgehend prüfen, ob nun der Rechtsweg zu beschreiten ist. Als wichtige streitbeeinflussende Vorbereitung dazu dient dem Beschwerdeführer neben den selbstverständlich dann im Vordergrund stehenden juristischen Fragestellungen, die durch einen unabhängigen Sachverständigen durchzuführende 3. Phase im Konfliktminderungsprozess: das Privat- oder Gerichtsgutachten.

Diese Gutachten behandeln je nach Konkretisierung der vorliegenden Beanstandungen einen bereits spezifizierten Teilaspekt oder aber die gesamte technische und organisatorische Problematik des möglicherweise mangelhaften DV-Projektes/Produktes. Als Ergebnis wird nicht nur die sachkundige Bestandsaufnahme des

Ist-Zustandes erwarten, sondern im Vergleich zum Stand der Technik und der ursprünglich beabsichtigten  Systemrealisierung (Sollzustand) auch konkrete Empfehlungen für den anstehenden Einzelfall. Gerichts- und Privatgutachten sind grundsätzlich qualitativ gleichwertige Expertisen, wobei das Gerichtsgutachten per definitionem unmittelbaren Eingang in das gerichtsanhängige Verfahren findet, das Privatgutachten dabei einer Kann-Bestimmung unterliegt. Dieses kann als Formalität eingeordnet werden, sollte dann aber den Aspekt nicht vernachlässigen, dass das Privatgutachten weit vor der gerichtlichen Auseinandersetzung von einer der Parteien in Auftrag gegeben wird. Es kann somit auch die 2. Phase im Konfliktbewältigungskonzept beinhalten. Das Gerichtsgutachten wird häufig erst im weit fortgeschrittenen gerichtlichen Verfahren von der Spruchkammer auf Antrag einer oder beider Parteien in Auftrag gegeben. Dann noch den Tatbestand vollständig zu ermitteln erweist sich oft als schwierig und zeitaufwendig.

Alternativ lässt sich statt eines ordentlichen Gerichtes auch ein von den Parteien vorsorglich vertraglich festgelegtes Schiedsgerichtsverfahren zur Klärung des Streitfalles anrufen. Unabhängig davon behält das hier diskutierte Konfliktminderungskonzept im DV-Sachverständigenwesen seine richtungsweisende Gültigkeit.

Im konkreten Einzelfall und der beabsichtigten Verfahrensstrategie ist frühzeitig und ggf. mit anwaltlicher Unterstützung zu prüfen, welche der Expertisen sich besser eignet und in Auftrag gegeben werden sollte.

Konfliktbewältigung geht zeitlich über den Prozessabschluss hinaus

 Ist dann schließlich eine durch ein ordentliches Gericht oder durch ein Schiedsgericht vorgenommene rechtskräftige Beurteilung des mangelbehafteten DV-Anwendungssystems in Form eines Gerichtsurteiles vollzogen, so ist damit nicht automatisch eine für die Parteien zufriedenstellende Würdigung des Streitfalles erreicht.

Wenn auch die Klärung des Ist-Zustandes des beanstandeten DV-Anwendungssystems mit juristischer und gutachtlicher Hilfe dann letztendlich gelungen ist, so

wird i.d.R. einer endgültigen und abschließenden Abwicklung im  Sinne eines positiven Projekt-/ Produktfortschrittes nur wenig oder gar keine Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei steht im Kern die Entscheidung aus, ob und wie eine komplette Rückabwicklung des Liefer- bzw. Leistungsvertrages mit anschließender Neukonzeption und Neuausschreibung der ursprünglich geplanten Computer-Anwendung zu geschehen hat, oder ob noch eine (Wieder-) Herstellung des mangelbehafteten Computer-Systems und seiner Anwendung realisierbar und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Diese Rückabwicklungs- oder Restaurationsphase (4. Phase im Konfliktbewältigungsmodell) ist ein eventueller Garant dafür, dem Anwender durch analytische, an der Praxis orientierter Vorgaben einen weiteren nicht zu unterschätzenden Kostenfaktor zu ersparen. Hilfreich ist dabei oft, den bereits mit der Materie des ausgetragenen Streitfalles vertrauten DV-Sachverständigen mit den nicht-juristischen Problemstellungen dieser 4. Phase der Konfliktbewältigung zu beauftragen. Um hier aber nicht den geringsten Anlass zu einer potentiellen Interessenkollision zu liefern, ist der begutachtende DV-Sachverständige frühestens nach vollständigem Abschluss des Gerichts- oder Schiedsverfahrens mit einem weiteren Auftrag in gleicher Sache einzuschalten. Völlig überzogen ist, hier auf eine strikte und dauerhafte Trennung zwischen Gutachtertätigkeit und DV-Beratertätigkeit auch nach Abschluss der Streitphase zu beharren. 

Systemmängel erfordern eine Konfliktstrategie

 Die Komplexität von Computer-Systemen und ihren Anwendungen ist nicht nur im eigentlichen Planungs- und Realisierungszyklus von den Systementwicklern und den Systemanwendern gebührend zu berücksichtigen. Diese Komplexität ist auch beim Auftreten von Komplikationen während der Projektabwicklung bzw. der Produkteinführung professionell zu handhaben.

Dabei stellen die immer häufiger auftretenden ernsthaften Konflikte aufgrund von mangelbehafteten Computer-Anwendungen zu ihrer Bewältigung eine hochqualifizierte Herausforderung dar. Mangelbehaf-

Fortsetzung  [4]

                  Typische Konfliktphasen bei Systemerwerb mangelhafter DV-Anwendungssysteme

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PÖHLS Ingenieur- und Unternehmensberatung   | Stand: 12/2014 |


 
"Sachverständiger:  eine Person mit besonderer Sachkenntnis und Erfahrung in einem Fachgebiet.
Sachverständige spielen im Wirtschaftsleben und im Rechtswesen eine bedeutende Rolle, wo sie zur Klärung und Begutachtung spezieller Sachverhalte
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In Wirtschaft und Handel werden Sachverständige zur Prüfung von Geschäftsbüchern oder zur Begutachtung von Streitfällen hinzugezogen.
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